Das Luxussegment der Bauträger zieht internationale Käufer weiterhin an.

Immobilienmarkt · Auf einen Blick

−14 % Rückgang der an Ausländer verkauften Bestandsobjekte (Stückzahl)
−19 % Rückgang nach Dollarvolumen
67.100 An ausländische Käufer verkaufte Objekte (12 Monate bis März)
465.000 $ Mittlerer Verkaufspreis bei Auslandsverkäufen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verkauf bestehender US-Wohnimmobilien an ausländische Käufer ging von April 2025 bis März 2026 um 14 % nach Stückzahl und um 19 % nach Dollarvolumen zurück - so ein Bericht der National Association of Realtors (NAR)
  • Der stärkste Rückgang entfällt auf hochqualifizierte Fachkräfte, die mit H-1B-Visa und ähnlichen beschäftigungsbasierten Programmen in die USA kommen.
  • Chinesische Käufer führten zuvor nach der Zahl der Transaktionen bei den internationalen Verkäufen, fielen im vergangenen Jahr jedoch hinter mexikanische Käufer zurück.

Der Bericht im Detail

Rückläufige Auslandsnachfrage bei Bestandsimmobilien

Ausländische Käufer ziehen sich deutlich vom US-Wohnimmobilienmarkt zurück - ein Segment der amerikanischen Bauträger verzeichnet jedoch weiterhin eine starke internationale Nachfrage.

Der Verkauf bestehender US-Wohnimmobilien an ausländische Käufer ging von April 2025 bis März 2026 im Vergleich zu den vorangegangenen zwölf Monaten um 14 % nach Stückzahl und um 19 % nach Dollarvolumen zurück - das geht aus dem Jahresbericht der NAR hervor.

Internationale Käufer erwarben in den zwölf Monaten bis Ende März rund 67.100 Objekte - der zweitniedrigste Wert, seit die NAR diese Kennzahl im Jahr 2009 erstmals erfasste. Der mittlere Verkaufspreis bei Auslandsverkäufen lag bei 465.000 US-Dollar.

„Der Rückgang der ausländischen Käuferaktivität spiegelt den Rückgang der internationalen Besucher und Touristen in den Vereinigten Staaten wider. Selbst ein etwas schwächerer US-Dollar im vergangenen Jahr, der Ausländern mehr Kaufkraft verschafft, führte nicht zu mehr Aktivität.“ - Lawrence Yun, Chefökonom der NAR

Luxus-Neubau bleibt gefragt

Die Makler berücksichtigen den Verkauf von Neubauten in ihren Daten nicht, und es gibt hierzu keine konkreten Zahlen, da solche Verkäufe schwerer zu erfassen sind. Die Analysten von John Burns Research & Consulting beobachten die ausländische Aktivität jedoch anhand anekdotischer Rückmeldungen und Beobachtungen in den Verkaufsbüros.

„Obwohl das Gesamtvolumen der Neubauverkäufe an internationale Käufer zuletzt gesunken ist, bleibt das Luxussegment vergleichsweise stark. In der südkalifornischen Stadt Irvine etwa wird der Luxus-Neubaumarkt weiterhin von Käufern von außerhalb des Landkreises getragen - insbesondere von wohlhabenden Käufern aus China, von denen viele die Immobilien bar bezahlen. Die Bauträger in Irvine sprechen ausländische Käufer weiterhin gezielt an und vermarkten ihre hochwertigsten Wohnanlagen international.“ - Scott Wild, Principal bei JBREC

Unter den großen börsennotierten Bauträgern des Landes verfügt der Luxus-Bauträger Toll Brothers laut Wild insgesamt über die stärkste Marke bei ausländischen Käufern.

„Toll Brothers vermarktet seine Luxushäuser häufig international und leistet hervorragende Arbeit dabei, Musterhäuser gezielt auf bestimmte Käufergruppen aus dem Ausland zuzuschneiden.“ - Scott Wild, JBREC

Wild fügte hinzu, dass internationale Immobilienkäufer nicht als einheitlicher Markt betrachtet werden sollten, da die Trends zwischen wohlhabenden Investoren, Haushalten, die einen Wohnsitz begründen möchten, und hochqualifizierten Fachkräften, die berufsbedingt umziehen, erheblich variieren. „Diese Käufergruppen reagieren auf unterschiedliche wirtschaftliche und politische Faktoren“, so Wild.

Der stärkste Rückgang bei den Käufern entfällt auf hochqualifizierte Fachkräfte, die mit H-1B-Visa und ähnlichen beschäftigungsbasierten Programmen in die USA kommen, so Wild. Er wies darauf hin, dass diese Käufer in technologiegeprägten Märkten eine starke Nachfrage nach Neubauten gezeigt hätten, sich wandelnde Einwanderungs- und Visabestimmungen jedoch eine Unsicherheit schüfen, die ihre Fähigkeit und Bereitschaft, hier Immobilien zu erwerben, unmittelbar beeinträchtige.

Herkunftsländer: Kanada vorn, China wertmäßig führend

Kanadier stellten im vergangenen Jahr mit 16 % der internationalen Verkäufe den größten Anteil an den ausländischen Immobilienkäufen in den USA - nach 14 % im Jahr zuvor. Chinesische Käufer, die zuvor nach der Zahl der Transaktionen führend waren, fielen hinter mexikanische Käufer auf den dritten Platz zurück, gaben jedoch die höchsten Beträge aus, da sie - insbesondere in Kalifornien - mehr Luxusimmobilien erwarben.

„Florida bleibt mit seinen Stränden und dem angenehmen Winterklima weiterhin der Bundesstaat, der die meisten ausländischen Käufer anzieht.“ - Lawrence Yun, NAR

Was das für Südwest-Florida bedeutet

Einordnung und Ausblick von IRC International Realty. Die folgende Analyse ist nicht Teil des CNBC-Artikels.

Florida bleibt der Magnet für ausländische Käufer

Auch wenn die Auslandsnachfrage landesweit nachlässt, bleibt Florida laut NAR der mit Abstand beliebteste Bundesstaat für internationale Käufer. Für Südwest-Florida - von Naples über Bonita Springs bis Fort Myers und Cape Coral - sind die strukturellen Vorteile unverändert: ganzjährig mildes Klima, Strände am Golf von Mexiko, keine Einkommensteuer auf Ebene des Bundesstaates sowie etablierte europäische und deutschsprachige Gemeinschaften. Diese Faktoren wirken unabhängig von kurzfristigen Schwankungen der Gesamtnachfrage.

Luxus- und Barzahler-Segment als Stabilitätsanker

Der Bericht zeigt: Rückläufig ist vor allem das breite Marktvolumen, während das Luxussegment und Käufer, die bar bezahlen, stabil bleiben. Genau dieses Profil prägt den Küstenmarkt in Südwest-Florida. Zweitwohnsitze und Anlageobjekte im gehobenen Preissegment - etwa in Park Shore, Old Naples oder am Bonita Beach - reagieren deutlich weniger empfindlich auf Hypothekenzinsen, da ein erheblicher Teil der Transaktionen ohne Finanzierung abgewickelt wird. Für Eigentümer bedeutet das eine vergleichsweise robuste Nachfragebasis.

Wechselkurs, kanadische Käufer und politische Faktoren

Ein schwächerer US-Dollar erhöht die Kaufkraft europäischer und deutschsprachiger Interessenten - ein Effekt, der sich laut NAR landesweit noch nicht in höheren Abschlüssen niedergeschlagen hat, für preisbewusste DACH-Käufer mittelfristig aber ein Argument bleibt. Die im Artikel beschriebene Unsicherheit bei Einwanderung und Visa betrifft vor allem H-1B-Fachkräfte und damit kaum die für Südwest-Florida typischen Zweitwohnsitz- und Investorenkäufer. Der gestiegene Anteil kanadischer Käufer passt zudem gut zu den saisonalen „Snowbird“-Strömen, die den regionalen Winter-Markt traditionell stützen.

Was das konkret für Eigentümer, Käufer und Investoren heißt

Für unsere Kundinnen und Kunden lassen sich aus dem Bericht drei praktische Schlussfolgerungen ableiten:

  • Für Eigentümer hochwertiger Küstenimmobilien: Die Nachfragebasis im Luxus- und Barzahler-Segment bleibt vergleichsweise stabil. Eine sorgfältige Preisfindung und eine gezielte (internationale) Vermarktung sind wichtiger als pauschale Preisnachlässe - gut positionierte Objekte finden auch in einem ruhigeren Marktumfeld ihre Käufer.
  • Für internationale Käufer aus dem DACH-Raum: Der etwas schwächere US-Dollar verbessert die Kaufkraft, und ein insgesamt selektiverer Markt eröffnet mehr Auswahl und Verhandlungsspielraum als in den überhitzten Vorjahren. Eine frühzeitige Klärung von Finanzierung, Eigentumsstruktur und steuerlichen Fragen - unter anderem zu FIRPTA bei einem späteren Verkauf - bleibt entscheidend.
  • Für Investoren: Die Kombination aus anhaltendem Bevölkerungszuzug nach Florida und einer selektiveren Auslandsnachfrage spricht für eine differenzierte Strategie. Im Fokus stehen Lagen und Objektarten, die sowohl bei inländischen als auch bei internationalen Käufern gefragt sind und damit über verschiedene Nachfragezyklen hinweg tragfähig bleiben.

Fazit und Ausblick

Die aktuellen NAR-Zahlen markieren eine Normalisierung, keinen Einbruch. Für Südwest-Florida - als eine der gefragtesten Regionen des mit Abstand beliebtesten Bundesstaates für ausländische Käufer - bleiben die langfristigen Treiber intakt: Zuzug, Lebensqualität und ein hoher Anteil zinsunabhängiger Käufer. Kurzfristige Schwankungen der Gesamtnachfrage ändern an diesem Fundament wenig. Entscheidend ist in einem selektiveren Markt die richtige Positionierung des einzelnen Objekts - von der realistischen Bewertung über die internationale Ansprache der passenden Käufergruppe bis zur reibungslosen Abwicklung der Transaktion.

„Unsere Einschätzung: Die landesweite Abkühlung trifft vor allem das zinssensible Volumensegment. Der von Südwest-Florida geprägte Markt für hochwertige Küstenimmobilien und internationale Zweitwohnsitze bleibt im Vergleich widerstandsfähig - und für gut positionierte Eigentümer und Investoren ergeben sich weiterhin Chancen.“ - IRC International Realty