Was versteht man eigentlich unter “Shopping Center"?

 

Einkaufen ist ein grosser Bestandteil des amerikanischen Lifestyles. Amerikaner nehmen schon mal grössere Anfahrten in Kauf, um eine besondere Mall oder einen besonderen Fabrikverkauf zu besuchen. Das International Council of Shopping-Centers unterscheidet inzwischen acht grundliegenden Typen von Shopping-Centern.

by Rainer N. Filthaut

Den Ausdruck »Shopping Center« gibt es schon seit den 50er Jahre. Doch hat sich seither die Ausprägung und Struktur dieser Einkaufszentren sehr verändert. Ursprünglich gab es vier Definitionen von Shopping Centern: 

  • Neighborhood Center

  • Community Center

  • Regional Center

  • Superregional Center

Mittlerweile unterscheidet das International Council of Shopping-Centers acht grundlegende Typen auf die ich im Folgenden näher eingehen werde – wobei gesagt werden muss, dass es natürlich Shopping-Center gibt, auf die mehr als eine der Definitionen zutreffen, so genannte »Hybrid-Center«, und solche, die in keine der aufgeführten Kategorien passen. Als Faustregel gilt, dass die Größe und die Art von Ware bzw. Service, die angeboten werden, der ausschlaggebende Faktor für die Einstufung in eine der Kategorien ist. 

Neighborhood Center

Diese Center enthalten grundsätzlich Geschäfte und Dienstleistungen,

die die Artikel des täglichen Bedarfs der Konsumenten in der

unmittelbaren Umgebung anbieten. 

Sie sind meist als so genannte »Strip Malls« (auch Shopping Plaza oder »

Mini-Mall« genannt) angelegt, ein lang gezogener Streifen aneinander

gereihter Einzelhandelsgeschäfte, meist mit einem großen Supermarkt

(z.B. Publix) in der Mitte und einem überdimensionalen Parkplatz.

Eine lange Suche nach einem Parkplatz entfällt hier. Nur ein paar

Schritte vom Geschäft oder Restaurant entfernt findet man meist eine

große Lücke, in die locker ein Riesen-SUV (Sport Utility Vehicle) passt.

Wer Hunger hat, findet an den gegenüberliegenden Ecken des großen

Parkbereichs, den so genannten »Outparcels«, meist bessere Fast Food

Restaurants wie Applebee's, Chilis oder Perkins. Aber auch Drogerien wie

Walgreens und CVS, sind hier beheimatet – hier kann man meist 24 Stunden lang Medikamente am Drive-Thru Fenster bekommen. In den Strip Malls selbst findet man alle Arten von Läden, in denen man von Elektronik über Kleidung bis zu Büchern alles kaufen kann, aber auch Friseure, Kosmetiker, Postämter und »consignment stores« sprich Second-Hand-Läden sind hier ansässig. Strip Malls sind typisch für den aus-gedehnten, suburbanen Lebensstil. In letzter Zeit wird mancherorts versucht, das Image dieser Einkaufsmeilen durch bauliche Maßnahmen und die Hinzunahme von Unterhaltungsangeboten aufzupäppeln, um im Wettbewerb mit den großen »Malls« mithalten zu können.

Community Center

Ein Community Center bietet größtenteils Bekleidungsge-schäfte und damit verbundene Einkaufsmöglichkeiten. Hauptmieter sind in der Regel Supermärkte, Super-Drogerien, und Discount-Kaufhäuser. Oftmals werden Produkte wie Kleidung, Möbel/Wohnausstattung, Spielzeug, Elektrogeräte und Sportausstattung von Discountläden zu reduzierten Preisen angeboten. Das Center kann gerad-linig, L- oder U-förmig angeordnet sein. Von allen acht Typen, stellen Community Center das am häufigsten verwendete Design dar.

Outlet Center

Oftmals befinden sich diese Center in ländlichen oder touristischen Gebieten, die Fabrikverkäufe von unter-schiedlichen Herstellern anbieten. Meist gibt es keinen Hauptmieter und das Center ist geradlinig angeordnet. Man sieht heute vermehrt Center, die die Struktur einer Kleinstadt haben. Outlet Malls liegen oft verkehrsgünstig an Interstate Highways und bieten überwiegend Kleidung, Schuhe und Accessoires direkt vom Hersteller. Man findet in »Factory Outlets«-Geschäfte von Nike, Ralph Lauren oder Levis. Die Preise sind in etwa mit reduzierter Ware in den Shoppingmalls vergleichbar, manchmal sogar niedriger.  

Regional Center

Dieses Center bietet Massenwaren, vor allem Kleidung, sowie eine grosse Auswahl an Dienstleistungen an. Hauptmieter sind traditionelle Massenhändler oder Kaufhäuser sowie Spezialbekleidungsgeschäfte. Normalerweise ist dieses Center überdacht und die Geschäfte sind nach innen hin ausgerichtet und durch einen Rundweg miteinander verbunden. Parkmöglichkeiten finden sich um das Center herum.

Superregional Center

Ähnlich wie das Regional Center, allerdings größer. Dieses Center hat mehr Mieter, bietet eine größere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen und besitzt ein größeres Einzugsgebiet. Generell sind diese Center überdacht und haben oft mehrere Stockwerke. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Shopping   Malls wie die »Coastland Mall« in Naples, »Coconut Point« in Bonita Springs, »Gulf Coast Town Center« in Estero oder die "Sawgrass Mills" an der Ostküste Floridas gehören zu solchen Superregional Centern. Malls haben an den Ecken oft große Kaufhäuser, die so genannten »Anchors«. Diese Ankerläden sind überregionale Ketten wie JC Penney, Bloomingdale's, Macy's, Nordstrom oder Saks Fifth Avenue. Zusätzlicher Anziehungspunkt einer großen Mall ist der »Food Court«, eine Mixtur aus Cafeteria und Schnellimbiss, wo die Besucher unter den Angeboten von gut einem Dutzend Fastfood-Anbietern auswählen können. Für die Investoren ist es wichtig, welche Unternehmen diese Eckpositionen anmieten: davon hängt entscheidend die Attraktivität der Mall und die Vermietbarkeit der vielen kleineren Ladenlokale ab. 

Fashion/Specialty Center

Dieses Center setzt sich vor allem aus exklusiven Bekleidungsgeschäften

und Boutiquen zusammen, die ausgewählte Waren hoher Qualität und

Preislage an-bieten. Meist haben die Center keinen Hauptmieter. 

Restaurants und Unterhaltungseinrichtungen machen die Center attraktiv

für Mieter und Besucher. Das Design dieser Center ist sehr anspruchsvoll

und konzentriert sich auf Landschaftsarchitektur sowie elegantes Dekor.

Das Einzugsgebiet ist meist von hohem Durchschnitts-einkommen

ausgezeichnet.

Power Center

Dieses Center wird von mehreren, großen Mietern dominiert,

wie beispielsweise Discount-Kaufhäuser. Die Mieter haben oftmals

freistehende, separate Gebäude, die nicht miteinander verbunden sind

und es gibt wenig kleine Spezialgeschäfte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Shopping - Center - Kategorien

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Theme/Festival Center

Die Center sind auf Touristen ausgerichtet und haben meist Restaurant und/oder Unterhaltungseinrichtungen als Hauptmieter. Generell befinden sie sich in städtischen Gebieten. Die Geschäfte haben alle ein ähnliches architektonisches Design.

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